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Aktuelles: Grobes Geschütz
Die Feuerwehren sollen nach einem Brand oder Unfall in schwierigen Notsituationen schneller und umfassender ausgerüstet vor Ort eingreifen können. Das sieht im Kanton das neue Einsatzkonzept vor.
Oblt Martin Brunner, Vizekommandant Feuerwehr Bachenbülach-Winkel im Interview mit Rolf Haecky, Zürcher Unterländer
Zu Hausbränden rückt die Feuerwehr neu mit Drehleiter und zu schweren Unfällen mit Pionierfahrzeug aus. Das sieht das neue Konzept seit 1. Juni vor.
Die Feuerwehren Bülach und Bachenbülach-Winkel arbeiten enger zusammen – was bedeutet das im Brandfall konkret?
Martin Brunner: Nun, das System bisher war so, dass die Einsatzleitzentrale auch die Stützpunkt-Feuerwehr aufbot, falls eine Ortsfeuerwehr zu einem schweren Unfall oder grossen Brand, also zu einem sogenannten Grossereignis ausrücken musste. Das hat sich insofern geändert, dass anstelle des Stützpunkts auch eine benachbarte Ortsfeuerwehr die Kollegen im Einsatz unterstützen kann. In unserem Fall ändert sich also nichts, da die Feuerwehr Bülach sowohl die benachbarte Orts- als auch die Stützpunkt-Feuerwehr ist.
Also ändert sich nichts für die regionalen Feuerwehren.
Martin Brunner: Doch. Neu ist, dass die Einsatzzentrale, wenn in einem Haus ein Brand ausgebrochen ist, immer eine Autodrehleiter aufbietet. Daher muss der Einsatzleiter der Ortsfeuerwehr stets einplanen, wo und wie er dieses Fahrzeug einsetzt. Zudem fordert die Einsatzzentrale nach einem schweren Verkehrsunfall mit im Fahrzeug eingeschlossenen Personen automatisch das Pionierfahrzeug des Stützpunkts auf, denn heute sind viele Autos so stabil gebaut, dass wir ausser Stande sind, diese mit den Mitteln einer Ortsfeuerwehr aufzuschneiden.
Mit andern Worten: Die Feuerwehren rücken künftig von Beginn weg besser gerüstet aus, statt nachträglich Zusatzmittel anzufordern.
Martin Brunner: Das ist richtig. Damit wird unser Einsatz effizienter, wir verlieren nie kostbare Zeit. Aber dafür rückt die Stützpunktfeuerwehr wohl auch einmal umsonst aus.
Wie lange muss sich jemand, dessen Hof etwas abseits liegt und in Flammen steht, warten, bis die Feuerwehr eintrifft?
Martin Brunner: Wir müssen innert sieben bis maximal zehn Minuten nach einem Alarm auch an den entferntesten Punkten unseres Einsatzgebietes mit einem ersten Team und Fahrzeug eintreffen. Das ist Pflicht und gilt zum Beispiel für einen Hof wie den Rüebisberg, der abseits zwischen Winkel und Eschenmosen liegt.
Oft stehen Bauernhöfe weit weg vom nächsten Hydranten. Gilt das auch für Ihr Einsatzgebiet?
Martin Brunner: Nein, auch der Rüebisberg hat einen Hydranten. Allerdings ist da der Wasserdruck etwas tief, aber die Gemeinde ist daran, die Wasserkapazität des betreffenden Hydranten zu erhöhen.
Die beiden Feuerwehr-Teams haben vor ein paar Tagen einen gemeinsamen Einsatz geübt – wie sieht Ihre Bilanz aus?
Martin Brunner: Wir standen mit 100 Leuten im Einsatz. Dabei hat sich gezeigt – das Schwierige ist, die Übersicht zu behalten, immer genau zu wissen, welches Fahrzeug wo und mit welchem Material im Einsatz ist und welche Leute im Augenblick an welcher Arbeit dran sind. Grundsätzlich sind wir mit dem Verlauf des Einsatzes sehr zufrieden. Was wir verbessern können, ist die Koordination des Einsatzes von Material und Personal in den ersten Minuten.
Und wie wollen Sie diese Schwäche beheben?
Martin Brunner: Im Kommando werden wir unsere Taktik und unsere Strategien analysieren, ausfeilen und sie üben und üben – auch zusammen mit den Feuerwehren von Höri-Hochfelden und Bülach, wie dies bereits heute regelmässig so der Fall ist.
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